Impanded Pipes

Längsnahtgeschweißte Stahlgroßrohre werden während des Herstellungsprozesses kalibriert, damit die gemäß den Spezifikationen geforderten Formtoleranzen der Rohre eingehalten werden. Mit der Weiterentwicklung der Werkstoffe hin zu höherfesten Güten und der gleichzeitigen Erhöhung der Wanddicken, wurde diese Aufgabe mit den klassischen Kalibrierpressen zunehmend schwieriger. Weiterhin fordern neuere Rohrwerkstoffe, oder Rohre mit hohen Anforderungen wie z.B. Clad oder Riser Rohre präzisere Toleranzen, damit die Rundnahtschweißungen auf der Baustelle exakt ausgeführt werden können. Auch die neuen Orbitalschweißtechniken, für die Verbindung der Rohre auf der Baustelle, arbeiten nur mit engeren Rohrtoleranzen effektiv.

Um diesen neuen Marktentwicklungen gerecht zu werden, musste die bisherige Kalibriertechnik für Großrohre verbessert werden, um noch engere Rohrtoleranzen an Großrohren darstellen zu können. Mit der Idee, den Rohrkörper gleichmäßig durch Stauchen plastisch zu verformen und damit in eine nahezu ideale Kreisform zu bringen, entstand das Verfahrensprinzip des Impanders. Im Unterschied zum Kalibrierverfahren wird beim Impandieren in Umfangsrichtung des Rohres eine gleichmäßige Druckspannung erzeugt, die das Material plastifiziert und dadurch in die gewünschte Form bringt. Die Eigenspannungen im Rohr werden dabei erheblich reduziert. Für die Realisierung der neuen Technik für Stahlrohre, wurde eine neue Anlage entwickelt und patentiert, die die Bezeichnung Impander® erhielt.

Der im Werk Dahlbruch installierte Segment-Impander® ist wie folgt ausgelegt:

Presskraft:4 x 40.000 kN
Rohrlängen:6.000 - 13.500 mm
Rohrdurchmesser:355 - 1.600 mm
Rohrwanddicken:19 - 80 mm

Längsnahtgeschweißte Stahlgroßrohre (impanded pipe®), die mit diesem Verfahren hergestellt werden, haben gegenüber konventionellen kalibrierten Rohren folgende Vorteile:

  1. Engere Toleranzen über die gesamte Rohrlänge, auch nach einem Trennen der Rohre
  2. Reduzierte Rohreigenspannungen
  3. Höhere Kollapsbeständigkeit